Konzept zur Schulsozialarbeit (zur sozialpädagogischen Arbeit)

in der Eingangsphase der Grundschule Leezen

Das Schulgesetz legt fest, dass alle Kinder eingeschult werden (§22). Eine Beurlaubung ist nur in Ausnahmefällen möglich. Um die Startbedingungen für alle Kinder zu verbessern, wurden in den vergangenen Jahren verstärkt Maßnahmen im vorschulischen Bereich eingerichtet bzw. ausgebaut (z.B. Sprint, Sprachförderung in den Kindertagesstätten, Kooperationsvereinbarungen zwischen Kindertagesstätten und Grundschulen).

Problematisch ist der Übergang für Kinder mit Entwicklungsverzögerungen im emotional-sozialen Bereich. Auch im ländlichen Bereich unserer Schule haben wir jedes Jahr Kinder mit deutlichen Verhaltensauffälligkeiten, die den Einstieg in den schulischen Alltag nur schwer bewältigen.

Die Auffälligkeiten äußern sich in nicht altersgemäßen Verhaltensweisen in verschiedenen Entwicklungsbereichen.

 Hervorzuheben sind

 Ø Spielverhalten

Ø soziales Miteinander (Interaktions- und Teamfähigkeit)

Ø Lernbereitschaft / Arbeitshaltung

Ø Selbstständigkeit

Ø Konzentration / Ausdauer / Belastbarkeit

 

Im Schulalltag fallen diese Kinder auf, weil sich ihre Verhaltensweisen häufig gegen sich und/oder andere Personen richten. Zu beobachten sind

 Ø Störungen des Unterrichts und des schulischen Alltags

Ø Aggressionen gegenüber Mitschülern/Mitschülerinnen und  

       Lehrkräften

Ø Trotz, Lügen, Stehlen

Ø Absonderung von der sozialen Gruppe:

        Einzelgänger, extreme Schüchternheit u.a.m.

 

Folgen daraus sowohl für den Einzelnen als auch für die gesamte Lerngruppe können sein

Ø Schulunlust

Ø Leistungsverweigerung

Ø Schulangst

 

 Aufgaben einer Kooperationsassistentin (Schulsozialarbeit)

in der Eingangsphase und im Übergangsbereich von der Kindertagesstätte

Die Ziele und Kriterien für diese Arbeit bestehen u.a. darin, die Schulfähigkeit der o.g. Kinder zu verbessern. Die Kooperationsassistentin soll unterstützend dazu beitragen, individuelle Beeinträchtigungen insbesondere im emotional-sozialen Bereich überwinden zu helfen und somit den Zugang zu Bildung und Teilhabe besser zu ermöglichen.

Dabei geht es darum

Ø speziell Anliegen und Probleme beim Übergang von der Kita / dem 

       Einstieg in die Schule aufzunehmen von Eltern und 

       Erzieherinnen / Erziehern

Ø Strategien zu erarbeiten

Ø Lösungswege zu koordinieren und die Umsetzung zu unterstützen

 

Die Arbeit einer sozialpädagogischen Assistentin / eines Assistenten zur Verbesserung der Schulfähigkeit besteht vorrangig in folgenden Aufgabenfeldern:

Ø Förderung der Interaktionsfähigkeit im Umgang mit

        - Mitgliedern der Lerngruppe

        - Mitgliedern der Schulgemeinschaft

Ø Förderung der Selbstständigkeit / Teamfähigkeit

Ø Förderung der Lernbereitschaft / Arbeitshaltung

        - Sozialtraining in Kleingruppen (als vorrangige Aufgabe)

        - evtl. Unterstützung beim Umgang mit Schulmaterialien, bei der 

        Organisation des Arbeitsplatzes

        - Entlastung bei Überforderung

 

Umsetzung der Aufgaben im Eingangsbereich

Im Grundschulalter – und insbesondere im Eingangsbereich (Klassenstufe 1/2) – kann noch erfolgreich präventiv durch geeignete professionelle Unterstützung gesteuert werden, um Kindern Regeln und Kompetenzen zu vermitteln. Dadurch soll für Kinder mit Entwicklungsverzögerungen und sozial-emotionalen Störungen eine erfolgreiche Teilnahme am Unterricht der Jahrgangsklasse ermöglicht werden.

Für die Umsetzung der Aufgaben durch eine Kooperationsassistentin wird diese  bedarfsorientiert eingesetzt werden:

Im 1. Kalenderhalbjahr

Ø  vorrangig zur Beobachtung in der Kita

Ø  zur Begleitung von Kindergartenkindern bei Projekten in der Schule

    vor der Einschulung

Ø  für sozialpädagogische Aufgaben mit Kindern der 1./2. Klassenstufe 

    nach Absprache mit dem jeweiligen Klassenteam

Im 2. Kalenderhalbjahr

Ø  zum Sozialtraining mit Kleingruppen

Ø  zur Unterstützung der Selbststeuerung des Kindes auch im

    Unterricht

Ø  für begleitende und unterstützende Aufgaben im Schulalltag

    (Ankommenszeit, Pausen, Übergang Unterricht – OGS)

Ø  als Unterstützung während des Zeitraumes des

    Einschulungsverfahrens der Grundschule

Eine Einbindung in die Schulsozialarbeit der gesamten Schule sieht für die Kooperationsassistentin eine enge Zusammenarbeit mit der für die Schulsozialarbeit zuständigen Erzieherin vor. Somit ist sie auch eine Ansprechpartnerin für die Erziehungsberechtigten.

Das Konzept wurde entwickelt von der Arbeitsgruppe „Eingangsphase“ der Grund- und Gemeinschaftsschule Leezen in Zusammenarbeit mit der Außenstelle des Förderzentrums der Franz-Claudius-Schule Bad Segeberg. (Text/Layout: Kakkuri März 2015)